Kuren für Kinder sind anders als Kuren für Erwachsene
Wenn Kinder an einer bestimmten Krankheit leiden oder gerade eine schwere Krankheit überstanden haben, dann besteht auch für sie die Möglichkeit einer Kur. Verschrieben werden muss sie von einem Arzt.
Ein schwaches Immunsystem, Allergien, Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma, Hauterkrankungen oder Essstörungen wie beispielsweise Adipositas, Magersucht oder Bulimie – das alles sind Gründe für einen Arzt, einem Kind eine Kur zu verschreiben. Denn bevor ein Kind zu einer Kur fahren kann, muss, genau wie bei einem Erwachsenen, eine entsprechende Diagnose gestellt und ein Attest ausgestellt werden. Beides kann nur der behandelnde Haus- oder Kinderarzt. Danach muss die Kur, ebenfalls wie bei den Erwachsenen, von der Krankenkasse genehmigt werden. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten bereits, denn aufgrund der besonderen Situation verlaufen Kuren für Kinder grundsätzlich anders als Kuren für Erwachsene. Der wichtigste Unterschied: Während Erwachsene ihre Kur in der Regel allein absolvieren, verbringen Kinder den Aufenthalt in einer Kurklinik in einer stabilen Gruppe Gleichaltriger. Auch eine pädagogische Betreuung der kleinen Patienten gehört selbstverständlich dazu. Je nach Krankheitsbild wird bei der Kur darüber hinaus großer Wert darauf gelegt, dass auch die Eltern „mitbehandelt“ werden. Besonders bei Kuren, die beispielsweise wegen Essstörungen wie Adipositas verschrieben wurden, ist es wichtig, dass auch die Eltern bestimmte Verhaltensregeln (neu) lernen. So müssen bei solchen Kuren nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern Kochkurse besuchen. Denn Kuren helfen natürlich nur, wenn die erlernten Grundlagen auch zu Hause weiter verfolgt werden.
Ein weiterer wichtiger Unterschied zu einer Kur für Erwachsene besteht bei Kinderkuren darin, dass die Kinder während der Kur unterrichtet werden. Viele Kurkliniken beschäftigen dafür eigene Lehrer, damit die Kinder nach Beendigung der Kur, die meist mehrere Wochen dauert und deswegen zumindest teilweise in die Schulzeit fällt, bei ihrer Rückkehr nicht allzu sehr im Stoff hinterherhinken.
Wann der beste Zeitpunkt für eine Kinderkur ist, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Während eine Adipositas-Kur beispielsweise ganzjährig möglich ist, sollten Kuren wegen Allergien oder Atemwegserkrankungen am besten im Herbst oder im Frühjahr durchgeführt werden.